Geschichte

Wie alles begann

Unser Domusprojekt hat ihren Ursprung in einem der größten Kinderheime Rumäniens. Das Heim befand sich in Cristuru Secuiesc (ungarisch: Székelykeresztúr) im ungarisch-sprachigem Raum von Siebenbürgen, im Bezirk Harghita.

Durch die Fernsehberichte 1990 aus rumänischen Kinderheimen hatten die Menschen in Europa die furchtbaren Bilder der vernachlässigten Kinder vor Augen. So lebten im Kinderheim in Cristuru Secuiesc 1991 ca. 500 Kinder auf engstem Raum unter schwierigsten Bedingungen. Sie wurden bewacht und wenig gefördert. Oft gab es nicht genug Betten und das Essen war knapp.

Die Situation bewog junge Christen aus Bautzen nach Rumänien zu fahren, um zu helfen. Unter der Leitung von Diakon Rüdiger Steinke, begannen sie sich im Kinderheim um die Kinder zu bemühen. Unter großen Schwierigkeiten konnten sie dort eine betreuende soziale Arbeit aufbauen.

Auf die Dauer war diese Aufgabe aber ohne ausgebildete Sozialarbeiter nicht zu bewältigen. Deshalb begannen im September 1992 Ulrike und Bernhard Schmerschneider ihre Arbeit im Kinderheim. Bals wurde aber deutlich, dass es ein ebenso großes Problem um die „Kinderheimentlassenen“ gab. Mit 18 Jahren wurden die Jugendlichen aus dem Heim ohne Unterstützung entlassen. Auf ein selbstständiges Leben waren sie nicht vorbereitet, hatten nie gelernt, ihr eigenes Leben zu organisieren und gerieten so in große äußere Not.

Um dieser Not zu begegnen, gründete sich zuerst am 02.11.1992 der rumänische Verein „Asociatia Caritativa Domus“ unter der Leitung von Pal Szöcz. Der Name „Domus“ beschreibt unsere erste Fürsorge für diese Jugendlichen. Sie brauchten ein Dach über den Kopf. Ein Jahr später gründete sich der deutsche Partnerverein „Domus Rumänienhilfe Deutschland e.V.“ im Rahmen des sächsischen CVJM unter der Leitung von Klaus Rudolph.

Aus einer Spende des sächsischen Jugenddankopfers konnte im Nachbarort Secuieni das Familienhaus errichtet werden. Dies entwickelte sich unter dem deutschen Ehepaar Dorit und Martin Korpowski zum Zentrum der Domusarbeit. Sie leiteten das Haus und die Arbeitvon 1996 bis 2002, bevor im Anschluss ungarische Mitarbeiter die Hausleitung übernahmen.

2007 wurde die Stiftung „CJD-Domus“, die in besonderer Weise für die Sozialarbeit und die Berufsausbildung die Verantwortung übernahm, durch die Kooperation des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD) und durch die beiden Domusvereine gegründet. 2017 wurde die Stiftung komplett in die Verantwortung des rumänischen Vereins Asociatia Caritativa Domus übergeben, der auch den Vorstand der Stiftung stellt.

„Közös élet“ (gemeinsam leben) – unser jüngstes Kind – ist eine christliche Kinder- und Jugendarbeit die ehemalige Waisenkinder, Jugendliche aus der Stadt und Roma aus den umliegenden Dörfern zusammenführt, ihnen eine innere Heimat im christlichen Glauben bietet und jugendgerechte Angebote wie Freizeit, Sport, Bibel- und Gebetsabende und gemeinsamen Leben macht. Seit mehreren Jahren arbeiten unsere Mitarbeiter unter der Leitung von Benjamin Schaser auch in Romasiedlungen rund um Székelykeresztúr. Hier konnte 2015 im Dorf Csekefalva mit der Kinderarche ein Haus zur Betreuung von Romakindern entstehen. Außerdem finden auf der Kirchenburg in Arkeden regelmäßig Begegnungsfreizeiten statt und die alte Burg wird neu mit Leben, Gottesdienst und Gebet erfüllt.

Inzwischen  hat sich für die Kinder und Jugendlichen die soziale Lage in Rumänien deutlich verbessert. Die großen Kinderheime sind aufgelöst. Kleinere Nachfolgeeinrichtungen des Staates und privater Initiativen nehmen die immer noch große Zahl von Waisenkindern auf. Dabei handelt es sich aber nicht mehr in erster Linie um Waisen im eigentlichen Sinne, sondern um Kinder, die aus der materiellen Not ihrer Eltern heraus in diese Einrichtungen gebracht werden.

Deshalb möchten wir auch weiterhin helfen, die Perspektivlosigkeit dieser benachteiligten Kinder und Jugendlichen zu überwinden und ihnen Hilfestellung zur Bewältigung ihres Alltags geben. Die Bereitschaft der Jugendlichen, in ihrem Heimatland zu leben, soll entwickelt und unterstützt werden.